Die Bedeutung des Worts "Droge"

Das Wort "Droge" leitet sich vom Althochdeutschen "drög" (deutsch: "trocken") ab. Im Mittelalter verstand man darunter getrocknete Pflanzenteile die als Arzneien verwendet wurden. Starke Drogen wie Opium wurden hauptsächlich im medizinischen Bereich eingesetzt. Auch bei religiösen Ritualen und gewissen Festivitäten wurden Drogen konsumiert. Zu dieser Zeit kam es auch zu unbeabsichtigten Massenvergiftungen ganzer Dörfer durch den Mutterkornpilz (natürliches LSD) nach der Verwendung von befallenen Roggenernten - Hexen mussten dafür ihr Leben lassen. 

Erst in den letzten beiden Jahrhunderten haben Drogen immer mehr Eingang in das Alltagsleben gefunden.

Heute ist das Wort Droge bei den meisten Menschen mit sehr negativen Assoziationen behaftet. Grund dafür ist, dass in den letzten Jahrzehnten durch Medien und staatliche Stellen eine inkonsequente Nomenklatur geprägt wurde, wonach oft nur die illegalen Substanzen mit dem Begriff "Droge" in Verbindung gebracht werden. Mittlerweile setzt sich aber ein neues Verständnis des Begriffs Droge durch, sodass man heute jede psychoaktiv wirkende Substanz als Droge bezeichnet. Eine psychoaktive Wirkung liegt vor, wenn die Einnahme der Substanz so auf das zentrale Nervensystem wirkt, dass sich Auswirkungen auf Stimmung, Wahrnehmung, Denken, Gefühlswelt oder Realitätserleben bemerkbar machen.

Die rechtliche Situation ist dabei nicht ausschlaggebend, ob ein Stoff zu den Drogen zu rechnen ist oder nicht. Der Besitz vieler hochwirksamer Drogen, wie etwa des Heroin, ist zwar gesetzlich nicht gestattet, der Konsum anderer Drogen jedoch, wie Alkohol, Nikotin und Koffein, ist hingegen nicht verboten. Oft wird auch nicht beachtet, dass es sich bei vielen Medikamenten, wie Beruhigungs- oder Schlafmitteln, um Drogen handelt.

Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt jede Substanz als Droge, die in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag. Dieser erweiterte Drogenbegriff erfasst nicht nur Cannabisprodukte, Halluzinogene, Stimulantien, Schnüffelstoffe, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Alkohol, Tabakerzeugnisse, Schmerzmittel Opiate und Kokain. Er bezieht sich auch auf Alltagsdrogen wie z.B. Kaffee und Tee und grenzt "Drogen" einerseits sowie "Genuß"- und "Lebens"-mittel andererseits nicht mehr trennscharf voneinander ab.

Apropos ...

... Alkohol und THC:

Bei Alkohol ist bereits die 5-fache Rauschdosis tödlich (0,8 bzw. 4,0-5,0 Promille) während bei THC die 450- bis 1800-fache Rauschdosis nötig wäre. 

Absinth ist wieder legal zu bekommen und wurde in den letzen Jahren sogar zu einem Kultgetränk. Der Wirkstoff dieser Spirituose (Thujon - ein Wirkstoff aus der Wermutpflanze) ist ein Nervengift und wirkt auf die selben Gehirnrezeptoren wie der Wirkstoff der Cannabispflanze (THC), was sich auch in den Rauschsymptomen ähnlich auswirkt. Zusätzlich wirkt bei diesemGetränk auch der hohe Alkoholgehalt mit all seinen bekannten Beeinträchtigungen und Nebenwirkungen.

... Nikotin:

Zwischen 0,04 und 0,06 Gramm Nikotin wirken geschluckt tödlich, während bei THC die tödliche Dosis mindestens 47 Gramm beträgt, entsprechend mehr als einem halben Kilo Haschisch guter Qualität.

... Kaffee:

Reines Koffein ist etwa 6 mal giftiger als THC. Laut einem Artikel im Wissenschaftsmagazin "Science" (1990/08) sind in gerösteten Kaffeebohnen über 800 verschiedene Chemikalien enthalten, von denen bis dato nur 21 an Tieren getestet wurden. 16 davon erwiesen sich als krebserregend. Dennoch ist Kaffee legal und wird im allgemeinen als ziemlich ungefährlich eingestuft.

 

Grazer Studie zum Drogenkonsum

[Quelle: orf.at 10.05.2004]

 

Ich bin nicht gegen Alkohol, Kaffee oder Zigaretten, aber warum muss man als "Kiffer" im 21. Jahrhundert noch immer als Krimineller eingestuft werden?