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| 20 n.Chr. | Hinweis in den Tung-kuan Archiven, dass während Hungersnot wilder Hanf gegessen wurde. |
|---|---|
| 70 n.Chr. | Neros Leibarzt Dioscorides macht
Aufzeichnungen über die Anwendung von Hanfprodukten, von der
Faser bis zur Droge. Vereinzelte Berichte aus Griechenland über die berauschende Wirkung |
| 100 n.Chr. | Plinius erwähnt Cannabis als Heilmittel für Ohrenschmerzen und als Futterzusatz für Vieh, das unter Verstopfung leidet |
| 150 n.Chr. | Schweden beginnt mit dem Hanf-Anbau |
| 175 n.Chr. | Der griechische Arzt Galen empfiehlt Cannabis als Mittel gegen unliebsames Furzen. Außerdem dokumentiert er, dass es mancherorts Sitte sei, geladenen Gästen Hanf (als Droge) anzubieten; es rufe "Ausgelassenheit und Vergnügen" hervor |
| 220 n.Chr. | Der chinesische Arzt Hua-t'o beschreibt seine erfolgreiche Anwendung einer Mischung aus Wein und Cannabis-Harz als Anästhetikum bei chirurgischen Eingriffen |
| 280 n.Chr. | Diokletian erlässt im römischen Reich eine Höchstpreisverordnung für Drogen: währenddem ein Pfund Opium 150 Denare kosten darf, ist dieselbe Menge Hanfharz (Haschisch) für maximal 80 Denare zu haben |
| 400 n.Chr. | Deutschland und England beginnen mit dem Hanf-Anbau |
| 500 n.Chr. | von Indien her breitet sich Cannabisanbau und -Gebrauch bis in die arabischen Länder aus. |
| 512 | Im "Anicia Juliana" Kodex des Dioscorides findet sich die erste botanische Zeichnung einer Hanfpflanze |
| 565 | Die Merowinger Königin Adelgunde wird in Paris in einem Gewand aus Hanftextil bestattet |
| 750 | In zwei deutschen Rezepten taucht Hanf (Hanov-samo) auf |
| 798 | Karl der Grosse macht Hanfanbau in all seinen Ländern zur Pflicht |
| 900 | Cannabis wird in den arabischen Ländern und im Mittelmeerraum als Rauschmittel verwendet |
| 1090 | Hassan I Sabbah züchtet sich in Persien eine "Terroristen"-Gruppe. Ursprung der Assassinen-Legende |
| 800-1200 | Der Hanfanbau erreicht in England seinen Höhepunkt |
| 1200 | In Zentralafrika entdecken die
Einwohner die berauschende Wirkung des Hanf-Rauchs Ismaeliten bringen Hanf nach Ägypten Die Inquisition verbietet im 12. Jahrhundert in Spanien und im 13ten Jahrhundert in Frankreich die Einnahme von Cannabis und anderen Pflanzendrogen. Einzig der Alkoholrausch bleibt legal. Wer aus welchen Gründen auch immer die Hanfdroge konsumiert, gilt fortan als "Hexer" |
| 1250 | Beginn des Hanfanbaus in Island |
| 1320 | Erster bekannter Gebrauch von Wasserpfeifen |
| 1378 | Erster grosser Repressionsangriff auf Kiffer: Emir Soudon Sheikhouni lässt sämtliche Hanfpflanzen zerstören; den Haschern werden sämtliche Zähne ausgerissen, bevor sie eingekerkert werden. |
| 1430 | Johanna von Orléans (Jeanne d'Arc) wird von einem geistlichen Gericht beschuldigt, verschiedene "Hexenkräuter", darunter auch Hanf angewendet und daraufhin Stimmen gehört zu zu haben. |
| 1484 | Papst Innozenz VIII verkündet, dass Hanf ein unheiliges Sakrament der Satansmesse sei. |
| 1500 | Europäische Expeditionen nach Afrika schwärmen von der Drogenwirkung des Hanf. In Europa genießt der Hanf großes Ansehen; hochdosierte Berauschungen sind ein wichtiger Teil der Heilkunst |
| 1505 | Babur der Grosse, später indischer Grossmogul, beschreibt seinen Gebrauch von Hanf- und Opiumtinktur |
| 1530-1545 | Spanier führen in der Neuen Welt den Hanfanbau ein. |
| 1533 | Heinrich der VIII befiehlt Englands Bauern Hanf- und/oder Flachsanbau Zu dieser Zeit werden praktisch sämtliche Textilien aus Hanf-Leinen gefertigt, sämtliche Seile und sogar die Sehnen der gefürchteten Langbogen sind aus Hanf gefertigt. |
| um 1540 | F: Francois Rabelais beschreibt ausführlich botanische und psychoaktive Eigenschaften von Cannabis (er nennt das Kraut "Pantagruelion"). |
| 1542 | Basel: Leonard Fuchs zeichnet ein Exemplar von Cannabis sativa für sein Kräuterbuch "De Historia Stirpum", in dem er die Pflanze und deren Anwendungsspektrum ausführlich beschreibt |
| 1549 | Brasilien: Die Portugiesischen Besetzer erlauben ihren Sklaven, zwischen dem Zuckerrohr auch Hanfpflanzen anzusetzen, weil das der sklavischen Arbeit zum Wohl des Herrn förderlich sei. |
| 1550 | Der spanische Vizekönig Antonio de Mendoza verbietet "den übermässigen Gebrauch von Hanf" durch die afrikanischen Sklaven |
| 1606 | Der Apotheker Hébert pflanzt in Kanada Hanf an |
| 1611 | Jamestown: Siedler pflanzen erstmals auf amerikanischem Boden Hanf zur Gewinnung von Garnen und Seilen an |
| 1619 | Virginia: Das erste Marihuana-Gesetz Amerikas tritt in Kraft: "Den englischen, wie auch indischen Hanf betreffend, fordern wir alle Haushalte unserer Kolonie auf, die solcherart Samen vorrätig haben, diese in der nächsten Saison auszusäen." (Beschluss der Vollversammlung von Virginia) |
| 1629 | New England: Hanf wird eingeführt und mausert sich schnell zum Hauptrohstoff der lokalen Bekleidungsindustrie |
| 1631 | Hanf gilt in weiten Teilen Nordamerikas als gesetzliches Zahlungsmittel und kann sogar zum Bezahlen der Steuern verwendet werden (dies gilt bis ins frühe 19. Jahrhundert). |
| 1632 | Pilgerväter pflanzen Hanf |
| 1637 | Gerichtliche Anordnung in Hartford, Connecticut: "Jede Familie innerhalb dieser Kolonie soll sich einen Löffel voll Hanfsamen beschaffen und noch in diesem Jahr aussäen" |
| ca. 1690 | Der Wiener Hans-Ulrich Megerle ("Abraham a Santa Clara") predigt gegen die "Bauern, so sich mit Hamf vollstopfen wie der Türck mit Opium" |
| 16./17.Jhdt | Mit der Einführung von Tabak und Kaffee, später auch durch das Aufkommen der Branntweindestillation verliert Cannabis als Droge an Bedeutung. Als Lieferant für Seile, Textilien und Öl bleibt Hanf jedoch unverzichtbar |
| 22. Februar 1732 | * George Washington, Hanfbauer und Präsident |
| 13. April 1743 | * Thomas Jefferson, amerikan. Präsident und Hanfzüchter |
| 1753 | Der Botaniker Linnaeus klassifiziert Cannabis sativa |
| 1763 | Der große Hanfverbrauch führt mancherorts zu einer Verknappung des vielseitig eingesetzten Rohstoffes. In der Kolonie Virginia werden sogar Strafen gegen jene verhängt, die keinen Hanf anbauen (bis 1767). |
| 7. August 1765 | Tagebucheintrag George Washington: "Habe begonnen, die männlichen von den weiblichen Hanfpflanzen zu trennen ... fast schon zu spät" |
| um 1770 | Schwerer Schlag für die Hanfindustrie wegen des Anbruchs des Dampfzeitalters. Hanfseile für das Takelwerk der Schiffe sind nun nicht mehr so gefragt. |
| 1775 | Beginn der Hanf-Industrie in Kentucky |
| 16. März 1791 | Thomas Jefferson verfasst eine Schrift gegen Tabak und für Hanf |
| 1794 | Die Erfindung der Baumwoll-Egreniermaschine versetzt der Hanfindustrie einen neuen Schlag |
| 1798 | Napoleon befiehlt seinen Soldaten während des Ägypten-Feldzuges: "Der Genuss des starken Schnapses, den einige Moslems unter Verwendung eines Krautes namens Haschisch herstellen, sowie das Rauchen der Blütenstände der Hanfpflanze, sind in ganz Ägypten verboten." |
| 19.Jhdt. | In der Schweiz hat praktisch
jeder Bauernhof seinen Hanfplätz, Cannabis wird nicht nur als
Tabakersatz und Faserlieferant, sondern auch auch
medizinisches Hausmittelchen geschätzt und angepriesen:
Harnleiden, Hühneraugen, Entzündungen, Augenleiden, Husten,
Geschwülste, Brandwunden, Verbrühungen usw. Mit der Einführung des Walöls erhält Hanföl als Lampenöl Konkurrenz |
| 1800 |
Zu Beginn des 19.Jhdt. ist das Hanfrauchen in Europa weit
verbreitet; der Tabak gilt noch als teure, exklusive
Rauchware. Das Volk raucht "Kraut" (vorwiegend Hanf) oder
"Orient", bzw. "starken Tobak" (Hanf/Tabak-Mischungen). Die
Rauchsprüche aus dieser Zeit lesen sich entsprechend: "Rauch
nit zuviel Orient, weil Dich sonst der Schädel brennt" "Misch
nicht Orient und Bier, sonst werden Deine Träume wirr"
(Inschriften auf Tabakdöschen anfangs 19. Jahrhundert) Wegen stetiger Verbreitung des Tabaks verliert Hanf im Verlauf des 19. Jahrhunderts als Pfeifeninhalt allmählich an Bedeutung und wird zum "Arme-Leute-Kraut" degradiert (Hanf/Tabak-Mischungen werden noch bis 1925 verkauft). Anders in Bohèmekreisen und in der Oberschicht, wo Cannabis in Form von Haschisch als Vergnügungsdroge einen wahren Boom erlebt (die Schilderungen der Haschisch-Erlebnisse aus der französischen Schickeria lassen allerdings oft die Mitanwesenheit von Opium vermuten) |
| 8. Oktober 1800 | Ägypten: General Menon verbietet das Rauchen, Essen, Trinken und importieren von Cannabis |
| 18. Jänner 1801 | Ägypten: das nicht ganz 3 Monate alte Gesetz wird mangels Durchsetzbarkeit wieder aufgehoben |
| 26. Februar 1802 | * Victor Hugo, Schriftsteller, Dichte, Dramatiker, Haschraucher |
| 12. Februar 1809 | * Abraham Lincoln, Hobby-Hanf-Pflanzer und Präsident |
| 31. August 1811 | * Théophile Gautier, Gründer des Pariser "Club des Haschischins", Schriftsteller und überzeugter Cannabisliebhaber |
| 1816 | In der Villa Diodati bei Genf findet eine bemerkenswerte Literatenparty statt: Der Cannabis- und Opiumliebhaber Lord Byron, sein Leibarzt William Polidoris und die Dichter Percy und Mary Shelley erleben ein Nacht voller surrealer Begebenheiten und mystischer Halluzinationen (die Überlieferung, auf der u.a. der Film "Gothic" basiert, schweigt sich über Art und Menge der verwendeten Drogen aus, dass aber welche im Spiel waren, wird nicht bezweifelt). Percy Shelley erlebt in dieser Nacht die massivsten Halluzinationen und seine Frau Mary ersinnt ihre berühmteste Romanfigur: "Frankenstein". |
| 1821 | Tscheppe untersucht als erster die Chemie des Cannabis |
| 09. April 1821 | * Charles Baudelaire, franz. Schriftsteller und Haschisch-Esser. |
| 11. Jänner 1825 | * Bayard Taylor, Schriftsteller und Haschischverehrer |
| 11. September 1836 |
* Fitz Hugh Ludlow, Schriftsteller und Cannabis-Pionier, der den Entspannungsaspekt des Bekifftseins propagierte, erblickt das Licht der Welt |
| 1837-1901 | Während der Herrschaft von Königin Viktoria gewinnt in der englischen Welt die medizinische Anwendung von Hanf ungemein an Bedeutung, es handelt sich um Viktorias Lieblingsmedikament (Monatsbeschwerden, Migräne) |
| 1839 | Cannabis wird durch den Chemieprofessor William O'Shaugnessy in der westlichen Welt als Medizin eingeführt (die "Volksmedizin" kannte das Kraut allerdings schon längst) |
| 1840 | Der Arzt Louis Aubert-Roche
veröffentlicht im Anschluss an ausgedehnte Reisen durch
Nordafrika ein Buch über die Bedeutung des Haschisch bei der
Behandlung von Pest und Typhus
Der französische Arzt Jacques Joseph Moreau will Haschisch zur Behandlung psychisch gestörter Patienten einsetzen. Kommentar nach einem Selbstversuch: "In der Tat, es ruft ein Glücksgefühl hervor..." Die "Ganjah Wallah Hasheesh Candy Company" stellt ein Ahornsirup-Haschisch-Konfekt her, das bald zu den beliebtesten Süßigkeiten Amerikas zählt und über 40 Jahre lang überall im Land verkauft wird |
| 1842 | In den USA wird ein besonders
konzentrierter Cannabisextrakt entwickelt und avanciert für
die nächsten 50 Jahre zum zweithaüfigst eingenommenen
allgemeinmedizinischen Medikament. Vom Säugling bis zum Greis
verwenden alle gegen die verschiedensten Bresten Extrakte,
Tinkturen und Elexiere aus Cannabis. (In der restlichen Welt
gehören Cannabis-Extrakte seit über 3000 Jahre zu den häufigst
eingesetzten Medikamenten) Die "Enzyklopädie der Volksmedizin" (CH) bezeichnet Hanfextrakt als "bekanntes, oft missbrauchtes Stimulans" |
| 18. März 1842 | * Stéphane Mallarmé, franz. Schriftsteller und Haschischfreund |
| 1844 | Théophile Gautier gründet im
gediegenen (wenn auch leicht heruntergekomenen) Hotel Pimodan
seinen "Club des Haschischins", in dem Cannabis geraucht und
in Form eines Konfekts (Dawamesc) serviert. Zu den Stammgästen gehört speziell die Literatenszene; v.a. Honore Balzac, Charles Baudelaire, Alexandre Dumas und Victor Hugo. Speziell Baudelaire und Gautier veröffentlichen in den folgenden Monaten und Jahren mehrere Texte zu den Erfahrungen im Pimodan, wobei allerdings zu bedenken ist, dass der Opiumesser Baudelaire in seiner literarischen Freiheit oftmals darauf verzichtet, zwischen den konsumierten Drogen zu unterscheiden. So gibt es mehrere Texte, in denen er Opiumwirkungen dem Haschisch zuschreibt. Dr. Jacques Joseph Moreau gilt als wissenschaftlicher Begleiter und hat ein breites Tummelfeld für seine Studien gefunden. |
| 1845 | Dumas veröffentlicht "Der Graf
von Monte Christo" und gibt darin enthusiastische
Schilderungen der aphrosiasischen Wirkung von Cannabis Ein anderer französischer Künstler, Honoré Daumier (1808-1879), lithographiert in diesem Jahr das bekannte Bild "Les Fumeurs de Hadchids" ("Die Haschischraucher"). |
| 01. Februar 1846 | In der "Revue des deux mondes" erscheint Théophile Gautiers Artikel "Le Club des Haschischins" |
| 1850 | In den USA werden 8327 Hanfplantagen (Mindestgrösse 80 ha) gezählt, auf denen vor allem farbige Sklaven arbeiten |
| 1854 | Bayard Taylor veröffentlicht als
erster Amerikaner einen persönlichen Erfahrungsbericht zum
Haschischgebrauch In den Rohstofflisten der Pharma-Firma Merck (Darmstadt), welche v.a. durch Morphium- und Kokainpräparate bekannt wurde, taucht erstmals der Rohstoff Cannabis auf. Cannabistinkturen stellte die Firma allerdings schon seit den 20er-Jahren her. |
| 1855 | USA: Eine Flasche Cannabis-Tinktur kostet in den Apotheken 6 Ct. |
| 1856 | Fitz Hugh Ludlow publiziert einen Artikel zum Haschisch-Essen in einem Magazin. Ein Jahr später kommt sein Buch "the Hashesh Eater" heraus und wird zum ersten Dope-Klassiker Amerikas. |
| 30. September 1858 | F: In der Revue contemporaire erscheint Baudelaires "Vom künstlichen Ideal - Der Haschisch". |
| nach 1859 | Lampenöl auf Hanfbasis wird vermehrt durch Petroleum und Kerosin ersetzt |
| 1792-1865 | Hanf wird zum Haupterzeugnis Kentuckys; 1860 werden über 40'000 Tonnen produziert |
| 1860-1880 | In den Städten Amerikas entstehen an nobelsten Adressen immer mehr "Haschhöhlen" und Clubs, wo in gediegener Atmosphäre an Wasserpfeifen genuckelt wird. |
| 1864 | Wilhelm Busch macht sich in seiner Bildergeschichte "Krischan mit der Piepe" über den höchst halluzinogenen Rausch eines Jungen, der an Papas Haschischpfeife nuckelt, lustig |
| 1865 |
Charles Ludwige Dodgson publiziert unter dem Pseudonym Lewis
Carroll den literarischen Trip "Alice im Wunderland" (Dodgson
trank 42 Jahre seines Lebens täglich 3.5 dl 12%ige
Cannabistinktur; geraucht hat er das Dope - gemäß seiner
Biographie - nur zweimal). Die kleine Heldin der Geschichte durchwandert Welten mit seltsamen Wesen und erlebt die erstaunlichsten Veränderungen der Sinneswahrnehmung nach dem Trinken einer ominösen Flüssigkeit (aus dem berühmten "Trink-mich"-Fläschchen) oder dem Essen eines Kekses.. "Die Raupe sass mit verschränkten Armen da und rauchte genüsslich eine Wasserpfeife, als ginge sie alles um sie herum gar nichts an." Ungeachtet der nicht gerade halluzinogengebrauchspräventiven Handlung wurde "Alice im Wunderland" zu einem der beliebtesten Kinderbücher der letzten 100 Jahre... |
| 1868 | Ägypten untersagt den Cannabiskonsum, nachdem die Hanfbauern entlang des Nils mehrfach Revolten gegen die Steuerzahlungen angezettelt hatten |
| 1870/71 | Anlässlich des Deutsch/Französischen Krieges wird das preußisch-deutsche Heer zum Großkunden der Firma Merck. Gefragt sind vor allem Morphium- und Cannabis-Präparate. |
| 1876 | Die beliebteste Attraktion an der Hundertjahrfeier Amerikas in Philadelphia ist ein türkischer Haschisch-Rauchsalon. Den Gästen wird versprochen, dass sie nach einem Besuch die Ausstellung "mit gesteigerter Freude" erleben könnten. In den folgenden Jahren werden in allen größeren Städten der USA solche Rauchsalons eröffnet (bis 1920 sind es etwa 1000). |
| 30. Februar 1877 | * Alice B. Toklas, Expertin für Hasch-Cookies |
| 04. Oktober 1877 | * Pancho Villa, mexikanischer Revolutionär und Grass-Liebhaber ('La Cucaracha') |
| um 1880 | Mexikanische Bauern beginnen mit dem Hanfanbau |
| ab 1883 |
In schweizerischen Tageszeitungen finden sich Inserate für die
Cannabis-Zubereitung "Haschisch". Als "bestes Mittel gegen
Hühneraugen" (Hasch- und Haschöl-gegen-Hühneraugen-Inserate
und Plakate gehören bis in die 30er des 20.ten Jahrhunderts
zum helvetischen Alltag; bis 1937 bestehen praktisch alle auf
dem Weltmarkt erhältlichen Hühneraugenpflaster,
Muskelpackungen und Rheumasalben aus Haschischzubereitungen)
In Deutschland rührt die Firma Merck kräftig die Werbetrommel, z.B.: "Die Wirkung von Cannabis tannicum ist narkotisch und zwar beruhigend und schlaferregend, wobei keinerlei üble Nebenwirkungen auftreten, die man beim Gebrauch von Opiaten und Morphium häufig beobachtet." Außerdem wird auf die "schönen Erfolge", die ein Dr. Karrer "bei Beruhigung aufgeregter Geisteskranker erzielt hat", verwiesen.. Anlässlich der "Internationalen Ausstellung Chemischer Präparate" in Amsterdam betont Emanuel August Merck voller Stolz, dass es Spezialität seiner Firma sei, Mittel aus indischem Hanf herzustellen und diese in die Medizin einzuführen. Bis 1883 wurden 75-90% der weltweit produzierten Papiers aus Hanffasern hergestellt |
| 1885 | Gemäß Frachtpapieren werden im
Hamburger Hafen monatlich 3.5 Tonnen Ganja (indisches
Haschisch), 300 Tonnen Charas (Haschisch) und 12 Tonnen Bhang
umgesetzt (Das BKA schätzt den deutschen Jahres-Verbrauch 107
Jahre später auf 200 Tonnen Haschisch; also rund 20x kleiner
ein! Selbst wenn man einen Teil der damaligen Importmenge für
medizinalen Anwendungen zuordnet, bleibt dennoch ein
riesengroßer Brocken zur hedonistischen Verwendung übrig,-
Schauergeschichten über Bekiffte sind aus dieser Zeit jedoch
keine bekannt) N.G. Klenowski's Ballett "Haschisch" wird in Moskau uraufgeführt und bemüht sich um die Visualisierung von Trance-Zuständen (es wird bald vergessen) |
| 1889 | Der englische Arzt Edward Birch setzt als erster Cannabis bei Entziehungskuren Opiatabhängiger ein |
| 1890 | Im Kanton Bern werden 401 Hektaren Hanf angebaut. |
| 1890-1900 | Führende Arzneimittelfirmen Amerikas stellen Cannabis-Tinktur zur medizinischen Anwendung her. |
| 1890 | J. Russel, der Leibarzt Königin
Viktorias berichtet, dass er seit 30 Jahren erfolgreich
Cannabis gegen Migräne einsetze und es in dieser Zeit
sorgfältig studiert habe. CH: Allein im Kanton Bern werden 401 ha Hanf angebaut |
| 20. Mai 1892 | * Harry J. Anslinger, berüchtigter Chef des Federal Narcotics Bureau und erbitterter Cannabis-Gegner, erblickt das Licht einer bekifften Welt... |
| 1893 | Der erste Artikel in einem
Wissenschaftsmagazin über die psychischen Wirkungen von
Cannabis erscheint (Science) Das englische Parlament bildet eine Kommission, die den Cannabisgebrauch in Indien untersuchen soll |
| 1894 | Der siebenbändige Report der "British East India Hemp Drugs Commission" wird veröffentlicht |
| 1895 | Der geniale Jugendstil-Graphiker
Aubrey Beardsley schwärmt in einem Brief an Oscar Wilde, dass
er "alle geistige Nahrung" aus dem Cannabis-Extrakt beziehe (Die in der Blütezeit des europäischen Cannabisgebrauchs entstandenen Jugendstil-Graphiken erleben nicht von ungefähr eine Renaissance in der Hippie-Zeit) Merck bringt ein neues, aus blühenden Zweigspitzen des Hanfs hergestelltes "Extractum Cannabis indicae aquosum fluidum" auf den Markt und preist es als hustenlinderndes Mittel bei Tuberkulose an. Außerdem sei es ein ideales Beruhigungsmittel, speziell empfohlen zur Anwendung bei Kindern. Im Prospekt werden lobend die "die außerordentlich schätzenswerten stimulierenden und erheiternden Eigenschaften" hervorgehoben. |
| 1896 | Die rituelle Cannabis-Verehrung hat auch die Dresdener Hof-Oper erfasst: "Haschisch" wird uraufgeführt |
| 1898 | In Mexiko wird Hanf zur Volksdroge |
| Geschichte: |
v.Chr., n.Chr. - 20. Jhdt, 1900-1950, 1950 bis 1959, 1960 bis 1969, 1970 bis 1979, 1980 bis 1989, 1990 bis 1999, ab 2000 |