Konsum

Konsum

Entsprechend der Vielzahl von Produkten, die aus Hanf erzeugt werden können, ergeben sich auch die konsumformen dieser Pflanze.

Das Pflanzenmaterial, also hauptsächlich Stiel und Blätter der Hanfpflanze, bestehen aus hochwertiger Faser und Zellulose. Die Faser wird je nach Verarbeitungsart und -grad für Dämmung und Dichtung, für Papier und Seile und zur Textilienherstellung verwendet. Alle diese Produkte zeichnen sich durch ihre hohe Widerstandsfähigkeit und Haltbarkeit aus. Bücher aus Hanfpapier bereiten den Museumsarchivaren beispielsweise weniger Kopfzerbrechen als solche aus modernerem Papier. Ein gutes Beispiel dafür sind die Gutenberg-Bibel und die Amerikanische Verfassung, die beide auf Hanfpapier geschrieben sind.

Da die Hanfpflanze von sich aus sehr widerstandsfähig ist, braucht sie in der Regel auch nicht mit Pestiziden behandelt werden. Damit können auch Blätter und Blüten aus biologischem Anbau als Lebensmittel eingesetzt werden. Getrocknete geriebene Blätter können wie Mehl verwendet werden. Die Blüten als Tee. Die Samen der Hanfpflanze sind hoch energetisch. Sie enthalten neben mehrfach gesättigten Fettsäuren auch Proteine und Mineralstoffe. Aus ihnen wird hochwertiges Öl gepresst. Das Öl ist ein hervorragendes Speiseöl, kann aber auch anderwärtig vielseitig verwendet werden. Beispiele sind die Ayurveda-Therapie, als Öl für die Farbenherstellung, usw. Der Presskuchen wird als Tierfutter verwendet.

Dabei ist auch die medizinische Wirkung, der im Hanf enthaltenen Inhaltsstoffe - allen voran der sogenannten Cannabinoide - wesentlich. Das wurde bereits vor tausenden Jahren erkannt und fand so Eingang in die traditionelle chinesische Medizin. Im Mittelalter wusste beispielsweise Hildegard von Bingen über die positiven Eigenschaften des Hanf bescheid und in der neueren Zeit werden aus Cannabis zubereitete Elixiere eingesetzt. Nach einer Zeit der Ablehnung - ausgelöst durch die weltweite Verfolgung von Hanf - steigt in den letzten Jahren die Akzeptanz der Pflanze wieder an. So wurde die Pflanze auch für die Medizin wieder interessant. Dabei hat man sich anfangs nahezu ausschließlich auf das in der "Single-Convention" der UNODC verbotene Delta-9-THC konzentriert und versucht die Substanz synthetisch herzustellen. Während der natürliche Wirkstoff relativ günstig wäre, schlagen so hergestellte Monosubstanzen mit extremen Kosten zu Buche. Mittlerweile wird der Wirkstoff deshalb oft halbsynthetisch erzeugt, einzelne Produzenten haben auch Erfahrungen mit der Gewinnung aus THC-starken Sorten. Weiters hat sich herausgestellt, dass gerade die Kombination der verschiedenen Cannabinoide auch therapeutisch unterschiedliche Wirkungen auslöst. So werden neben den Präparaten aus der monosubstanz THC, auch solche aus pflanzlichen Auszügen - einer Kombination aus mehreren Inhaltsstoffen der Pflanze - angeboten. Aber auch medizinisches Cannabis, sogenanntes "Cannabis flos", ist in verschiedenen Wirkstoffkombinationen, erhältlich. In der medizinischen Anwendung wird vorwiegend die orale Aufnahme in Form von Kapseln oder Tropfen angewendet. Als Konsumform für "Cannabis flos" werden die Zubereitung als Tee oder die Inhalation mit Verdampfern (Vaporisatoren) empfohlen.

Im rekreativen Bereich des Cannabiskonsums hat sich wie beim Tabak das Rauchen als Konsumform kulturell etabliert. Dabei wird in der regel eine Mischung aus Tabak und Hanf konsumiert, was auch der traditionellen Zubereitung des aus dem arabischen Raum bekannten Kiffs entspricht.